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N.O.A.H.S. – Das Leben einer Kichererbse

  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

„N.O.A.H.S. (Nachhaltige Orientierung durch Anerkennung, Haltung und Solidarität) – Das Leben einer Kichererbse“ ist ein Workshopformat für Schulklassen der Unter- und Mittelstufe, das spielerisch demokratische Werte und ein Gefühl für eigene Identität vermittelt. Gemeinsam mit Dialogbotschafter:innen erarbeiten sich Schüler:innen, welchen Platz sie in der Gesellschaft einnehmen möchten. Es ist nun auf über zwei Jahre für den Raum Hessen angesetzt und wird durch das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales durch das Landesprogramm "WIR - Vielfalt und Teilhabe" gefördert.


Die Kichererbse vor der Wahl

„In welchem Gericht möchtest Du sein, wenn Du eine Kichererbse wärst?“

Mit dieser zunächst seltsam klingenden Kernfrage werden Schüler:innen im Workshop konfrontiert. Unterschiedliche Auswahlmöglichkeiten entsprechen unterschiedlichen Gesellschaftsmodellen: In einer Suppe sieht alles gleichmäßig und einheitlich aus – hier ist die Kichererbse vermengt und integriert, aber hat ihre eigene Form und Identität völlig verloren. In einem Salat behält die Kichererbse ihre individuelle Form und Farbe, doch vermischt sich nur wenig mit anderen Bestandteilen. Genau dazwischen liegt die Existenz der Kichererbse in „Noah´s Pudding“ (auch: Aschure). Der glibberige Pudding umhüllt verschiedene Bestandteile zu einem Ganzen – die Kichererbse ist für sich erhalten und zugleich direkt mit anderen verbunden. Durch unterschiedliche Teilformate und Reflexionseinheiten sowie ein gemeinsames kulinarisches Erlebnis durchlaufen die Schüler:innen eine aktive, kreative Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft. Das Bild von Noah´s Pudding, der mit der Noahgeschichte aus Tora, Bibel und Koran in Verbindung steht, bietet zusätzlichen Spielraum für den Austausch über gemeinsame religiöse Bezüge.


Ziele: Bewusstsein für Identität, Vielfalt und Zugehörigkeit stärken

Ziel des Projekts ist es, junge Menschen zu ermutigen und ihnen zu zeigen, wie ein demokratisches Miteinander solidarisch gelebt werden kann – ohne die eigene Identität aufgeben zu müssen.

Dabei geht es besonders um:

● Selbstbewusstsein im Dialog stärken

● Konfliktfähigkeit sowie erhöhte Bereitschaft zum Perspektivwechsel

● Erhöhte Sensibilität gegenüber Diskriminierung

● Mehr Handlungssicherheit im Umgang mit Ausgrenzung

● Stärkung von Selbstwirksamkeit und demokratischer Teilhabe

● Förderung einer diskriminierungssensiblen Schulkultur

● Stärkung dialogorientierter kommunaler Netzwerke


Wie wird das Projekt durchgeführt?

Für das Projekt werden zunächst Dialogbotschafter:innen aus Netzwerken interkultureller und interreligiöser Kooperation geschult. Diese führen dann Workshops in Schulklassen durch, in denen die Reflexion über die Frage nach dem Leben der Kichererbse im Zentrum steht. Durch die Mitgabe von Materialien werden die Schüler:innen angeregt, das Gelernte im Anschluss weiter zu vertiefen. Zum Abschluss des Projekts wird es noch einmal eine gemeinsame Veranstaltung geben, in der neben Lehrkräften, Schüler:innen und Schulsozialarbeiter:innen auch Eltern angesprochen und beteiligt werden.


Ein Workshop enthält folgende Bestandteile:

● Einführung

● Impuls: Identität & Selbstwahrnehmung

● Workshop: Gesellschaftsmodelle

● Bei Kochmöglichkeiten: Gemeinsame Zubereitung von Noahs Pudding

● Falls es keine gibt: Workshop zu Integration und Diskriminierung mit Planspielen

● Gemeinsames Essen des Puddings (ggf. über Catering)

● Kurze Evaluation


Die Workshops sind zeitlich individuell anpassbar und praxisnah gestaltet. Die Jugendlichen hören nicht nur zu, sondern arbeiten aktiv mit, diskutieren und entwickeln in Kleingruppen eigene Ideen.


Rolle der Dialogbotschafter:innen

Im Projekt werden nicht nur wichtige Werte an Schüler:innen vermittelt, sondern über die Schulungen auch didaktische Kompetenzen der Dialogbotschafter:innen gestärkt. Dadurch wird auch langfristig ein Multiplikator:innennetzwerk zur Stärkung des demokratischen Dialogs in der Region Hessen aufgebaut. Im Format leiten sie die Teilnehmenden durch den Workshop und regen mit zugespitzten Fragen zum Nachdenken an. Sie fördern die Zusammenarbeit in den Gruppen, motivieren die Jugendlichen, ihre Entscheidungen als Kichererbse selbst zu treffen und achten darauf, dass alle Teilnehmenden ihre Perspektiven einbringen können. So entsteht eine diskriminierungssensible Atmosphäre, die in die Schulkultur weitergetragen werden kann.


Warum ist das Projekt wichtig?

Das Projekt „N.O.A.H.S. - Das Leben einer Kichererbse“ verbindet dialogorientierte Bildungsarbeit mit erfahrungsbasierten Methoden und leistet damit einen wirksamen Beitrag zur Förderung von Integration, Teilhabe und Anerkennungskultur. Das kompakte Format ermöglicht eine realistische Umsetzung in Schulen und eine flexible Anpassung an unterschiedliche infrastrukturelle Voraussetzungen. Im hektischen Schulalltag oder innerhalb von Projektwochen schafft das Format Raum für spielerisches Lernen und die Bewusstwerdung der eigenen Identität inmitten von Vielfalt.


Projektzeitraum: 1.08.2026 – 30.09.2028 Kontakt: Chiara Pohl, pohl(at)fidev.org Gefördert durch: Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales

Landesprogramm WIR - Vielfalt und Teilhabe

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