Meet my Culture– Solidaritätsprojekt gefördert vom Europäischer Solidaritätskorps
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„Zeig uns deinen Lieblingsfilm“ – Das war das Motto des Jugendprojekts Meet my Culture.
Im Sommer 2025 wurde das Projekt „Meet my Culture“ vom Europäischen Solidaritätskorps der EU genehmigt. Damit startete eine aufregende Planungsphase, gefolgt von vielen schönen Filmabenden.
Fünf Jugendliche konnten im Rahmen dieses Projektes selbst tätig werden und mit dem Forum für Interkulturellen Dialog sich selbst das Projekt ausdenken, vorbereiten, durchführen und dabei viel Neues lernen.
Im Zentrum des Projektes lag der interkulturelle Austausch, der durch offenen Dialog und Neugierde geprägt war. Dabei wurden Filme aus Ost und Süd-Osteuropa gezeigt und von einer jeweils Person vorgestellt. So konnten die Zuschauer:innen einen Einblick in die jeweilige Filmkultur erhalten und durch den Film einen Teil des Lebens, der Vorstellungen und Gedanken, die im Film repräsentiert werden, kennenlernen.
Der:Die Filmvorstellende gab dem Abend den persönlichen Touch, wodurch der Film den Zuschauenden besonders nahegebracht wurde. Sie erzählten zu Beginn etwas über sich selbst, den Film oder die verfilmte Geschichte. Außerdem konnte er:sie ein wichtiger Teil des Projektes werden und sich sowie den Film und die jeweilige Kultur repräsentieren. Somit trug das Projekt zur einer niedrigschwelligen und gerechteren kulturellen Partizipation für alle Menschen bei.
Die Abende waren Räume des Dialoges, des Lernens und der geteilten Emotionen. Die Filme waren hierbei das Medium, die kulturelles Wissen und Emotionen vermittelten. Nach dem Film gab es außerdem die Möglichkeit für Rückfragen, Austausch über das Gesehene und das Knüpfen neuer Kontakte.
Erster Filmabend: Vdekja e kalit - The Death of a Horse (1992, Samir Kumbaro)
Mustafa stellte den Film „The Death of The Horse“ vor, der während der albanischen Diktatur in 1974 spielt. In einer sehr familiären Atmosphäre in Räumen der Evangelischen Studierendengemeinde der Goethe Universität konnten wir nach dem Film noch viel über die albanische Geschichte aus Mustafas Perspektive lernen. Es gab auch kulinarisch passende Snacks.

Zweiter Filmabend: Exodus (2025, Serkan Nihat)
Der größte Filmabend fand im großen Saal des Bockenheimer Campus statt und wurde von Selim eingeleitet, der sich den neuen Film „Exodus“ ausgesucht hat. In seiner Filmvorstellung sprach er über Fluchterfahrungen und brachte ein paar Kinderschuhe mit. Der Film zeigte Menschen aus unterschiedlichen Ländern, in unterschiedlichen Lebensphasen, die alle gemeinsam versuchten über das Mittelmeer von der Türkei nach Griechenland zu fliehen. Der Filmabend war besonders emotional und traf auf große Resonanz beim Publikum, da sich einige aufgrund ihrer eigenen Fluchterfahrung besonders mit dem Dargestellten identifizieren konnten. Wir möchten uns auch beim Asta und dem Pupille Kino bedanken, dass sie uns diesen größten Filmabend des Projekts ermöglicht haben.

Dritter Filmabend: The Professional (2003, Dušan Kovačević)
Auf irritierend, emotionale und unterhaltsame Weise thematisierte der Film „The Professional“ die turbulente Zeit der politischen Umbrüche in Jugoslawien bzw. Serbien. Durch die Rückblenden und durch die Brille der beiden antagonistischen Hauptcharaktere konnte das Publikum einen Einblick in die damaligen Hoffnungen, Traumata und Auseinandersetzungen erhalten. Isa, der Filmvorsteller, konnte einen eindrücklichen Bezug zwischen dem Film und seiner eigenen Familiengeschichte herstellen. Für ein schönes Ambiente trug auch das leckere Essen und die schöne Location im Amt für Multikulturelle Angelegenheiten bei.

Vierter Filmabend: My Thoughts Are Silent (2019, Antonio Lukich)
Natalia entschied sich für den vierten Filmabend für eine Komödie, die sie allerdings auch in Bezug zu den aktuellen Lebensumständen in der Ukraine setzen konnte. Bei dem Filmabend, welcher im Rumi Kulturvereinstattfand, wurden unterschiedliche Emotionen hervorgerufen. Das Publikum konnte den Protagonisten bei seiner abenteuerlichen, witzigen und einzigartigen Suche nach einer seltenen Entenart durch die ukrainische Natur beobachteten. Anschließend wurde besonders über den besonderen Humor des Filmes gesprochen.

Fünfter Filmabend: Naim Süleymanoglu (2019, Cep Herkülü)
Den Abschluss bildete die verfilmte Biographie des Gewichthebers Naim Süleymanoglu, die stellvertretend für viele bulgarisch- türkische Familiengeschichten steht. Hüseyin und Reyhan stellten den Film vor und konnten ihn historisch einordnen sowie persönliche Bezüge zu Bekannten und Verwandten herstellen. Der Filmabend fand im Haus am Dom statt und wurde von einem gemeinsamen Fastenbrechen umrahmt, was zur familiären Stimmung des Abends beitrug.

Die Filmabende waren für Zuschauer:innen, Filmvorsteller:innen und die Planungsgruppe Erlebnisse, bei denen Kulturen, Filme und Menschen kennengelernt wurden, neue Erfahrungen gesammelt wurden und aktiv Gemeinschaft gestaltet wurde.
Wir bedanken uns bei allen, die dieses Projekt mitgestaltet haben. Die Räumlichkeiten, die Caterer, die Filmvorstellenden, die Planungsgruppe und die Zuschauer:innen haben maßgeblich zum Erfolg des Projekts beigetragen. Außerdem bedanken wir uns beim Europäischen Solidaritätskorps der EU für die Möglichkeit dieses Projekt durchzuführen. Wenn Sie Projekte dieser Art nicht verpassen wollen, abonnieren Sie gern unseren Newsletter.



