Tage des Exils - Beeing a Refugee

Am 2. September 2026 veranstaltete das Forum für Interkulturellen Dialog e.V. (FID e.V.) im Rahmen der „Tage des Exils“ eine Filmvorführung des Dokumentarfilms „Being a Refugee“ der israelischen Regisseurin Dr. Nurit Carmel mit anschließender Podiumsdiskussion im Haus am Dom in Frankfurt am Main. Die „Tage des Exils“ werden von der Körber-Stiftung gemeinsam mit Partnern wie der Deutschen Nationalbibliothek organisiert und machen Erfahrungen von Flucht, Vertreibung und Exil in unterschiedlichen Formaten sichtbar.
Flucht, Vertreibung und interreligiöse Botschaft
Der Film „Being a Refugee“ nähert sich Flucht und Vertreibung als universelle und zugleich zutiefst persönliche Erfahrung und verbindet individuelle Biografien mit Fragen von Zugehörigkeit, Schutz und Zukunftsperspektiven. Dabei werden Geschichten aus unterschiedlichen Kontexten und Ländern gezeigt, sodass deutlich wird, wie vielfältig die Gründe für Flucht sind und welche Herausforderungen geflüchtete Menschen in ihren Aufnahmeländern erleben.
Besonders hervorzuheben ist die interreligiöse Perspektive des Films: Jüdische, christliche und muslimische Stimmen kommen zu Wort, reflektieren die ethischen und spirituellen Dimensionen von Flucht und thematisieren Verantwortung, Solidarität und Mitmenschlichkeit aus religiöser Sicht. So wird deutlich, dass Religion sowohl Ressource für Hoffnung und Engagement sein kann als auch kritisch hinterfragt werden muss, wenn sie zur Ausgrenzung beiträgt.
Podiumsdiskussion mit dem Stuttgarter Lehrhaus
Im Anschluss an die Vorführung moderierte FID e.V. eine Podiumsdiskussion mit Hasan Dadelen und Lisbeth Blickle vom Stuttgarter Lehrhaus – Zentrum für interreligiösen Dialog. Das Stuttgarter Lehrhaus versteht sich als Ort des jüdisch-christlich-muslimischen Trialogs und schafft Räume für Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen auf Augenhöhe.
Die Diskutierenden gaben Einblicke in die Entstehung und Hintergründe des Films, erläuterten die Zusammenarbeit mit Dr. Nurit Carmel und beschrieben, wie der Film in verschiedenen interreligiösen Bildungsformaten eingesetzt wird. Aus dem Publikum konnten Fragen an die anwesenden Mitproduzent:innen gestellt werden, etwa zur Auswahl der Protagonist:innen, zu Drehorten oder dazu, wie sich das Team selbst durch die Arbeit am Film verändert hat.
Dialog, Fragen und Resonanz aus dem Publikum
Das Publikum nutzte die Möglichkeit, eigene Perspektiven einzubringen, Erfahrungen mit Flucht in der eigenen Familie oder im Freundeskreis zu teilen und kritisch nachzufragen, wie interreligiöse Akteur:innen konkret zu einem besseren Schutz von Geflüchteten beitragen können. Im Gespräch wurde deutlich, wie sehr filmische Zugänge helfen können, komplexe Themen wie Exil, Identität und Zugehörigkeit in eine Form zu bringen, die emotional berührt und zugleich zur Reflexion anregt
Mehrere Beiträge hoben hervor, dass „Being a Refugee“ gerade wegen seiner Vielstimmigkeit und der Verbindung von persönlichen Erzählungen mit religiösen und politischen Fragen geeignet ist, in Gemeinden, Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Gruppen eingesetzt zu werden.
Dank an Kooperationspartner
FID e.V. bedankt sich herzlich bei den Kooperationspartnern, die den Filmabend ermöglicht haben: der Deutschen Nationalbibliothek und der Körber-Stiftung im Rahmen der „Tage des Exils“, dem Stuttgarter Lehrhaus als fachlichem Partner im interreligiösen Dialog sowie dem Haus am Dom, das die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Durch solche Kooperationen entsteht ein Netzwerk von Einrichtungen, die sich gemeinsam dafür einsetzen, Erfahrungen von Flucht und Exil sichtbar zu machen, Gesprächsräume zu öffnen und interreligiöse sowie zivilgesellschaftliche Verantwortung zu stärken.




