Erste DiscoverEU-Inklusionsreisen erfolgreich umgesetzt
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Brücken bauen – Europa entdecken: Erste DiscoverEU-Inklusionsreisen erfolgreich umgesetzt

Mit unseren ersten beiden DiscoverEU-Inklusionsprojekten über Ostern und im Sommer 2026 haben insgesamt 50 junge Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund aus ganz Deutschland Europa per Zug kennengelernt – oft zum allerersten Mal in ihrem Leben.
Rahmen des Projekts:
Als Forum für Interkulturellen Dialog e.V. (FIDeV) gestalten wir seit vielen Jahren Bildungsangebote im Bereich interkultureller und interreligiöser Dialog und orientieren unsere Arbeit an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Im Rahmen der DiscoverEU-Inklusionsaktion (KA155-YOU) des Erasmus+-Programms ermöglichen wir nun jungen Menschen zwischen 18 und 21 Jahren mit geringeren Chancen begleitete und pädagogisch eingebettete Reiseerfahrungen quer durch Europa zu machen. Die Nationale Agentur JUGEND für Europa unterstützt diese Projekte im Auftrag der Europäischen Union, um Zugreisen als Lern- und Begegnungsraum für junge Menschen zu öffnen.
DiscoverEU Inklusion Ostern: Vier Gruppen in Prag
Über die Osterfeiertage reisten vier Kleingruppen mit jeweils fünf Teilnehmenden und zwei Begleitpersonen nach Prag – insgesamt 28 Personen. Das Besondere: Die jungen Menschen bereiteten ihre Reise komplett gemeinsam und selbst vor: sie planten die Route, informierten sich über die Stadt und entwickelten eigene Fragestellungen zu Geschichte, Kultur und dem Alltag in Tschechien. Vor Ort erkundeten sie Prag zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln, besuchten kulturelle Einrichtungen und tauschten sich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede im europäischen Zusammenleben aus.
Viele Teilnehmende berichteten, dass sie zum ersten Mal selbständig mit dem Zug ins Ausland gereist sind und sich durch die praktische Unterstützung der pädagogischen Fachkräfte sicherer und handlungsfähiger fühlten. Die Reise nach Prag wurde so zu einem Lernraum für Selbstwirksamkeit, Sprachpraxis und interkulturelle Begegnung.
DiscoverEU Inklusion Sommer: Sechs Gruppen quer durch Europa
Im Sommer 2026 folgte die zweite Projektphase: Sechs Gruppen mit jeweils fünf Teilnehmenden und zwei Begleitpersonen – insgesamt 42 Personen – reisten per Zug durch verschiedene europäische Länder, darunter Spanien, Frankreich, Italien, Dänemark, Österreich und Ungarn. Auch hier haben die Jugendlichen die komplette Reise selbst geplant: Reiserouten wurden flexibel und bedarfsorientiert gestaltet, sodass die Gruppen unterschiedliche Schwerpunkte setzen konnten, von urbanen Zentren über Küstenregionen bis hin zu kleineren Städten und Grenzräumen.
Wie bei allen DiscoverEU-Inklusionsprojekten umfasste das Vorhaben nicht nur die reine Reise, sondern einen gesamten Lernzyklus mit Planung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. Dazu gehörten gemeinsame Vorbereitungsworkshops, Reflexionsrunden während der Reise sowie eine strukturierte Auswertung der Erfahrungen nach der Rückkehr nach Deutschland.
Wirkungen auf die Teilnehmenden
Die Teilnehmenden unserer DiscoverEU-Inklusionsprojekte bringen vielfältige Erfahrungen mit: finanzielle Einschränkungen, Deutsch als Zweitsprache, begrenzte Fremdsprachenkenntnisse, soziale Isolation und zum Teil belastende Flucht- oder Migrationserfahrungen. Gerade für diese Zielgruppe ist eigenständige Mobilität in Europa häufig mit großen Hürden verbunden – sei es durch Kosten, Bürokratie oder Unsicherheit im Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Durch die begleiteten Zugreisen konnten viele Jugendliche erleben, dass Europa nicht nur ein abstrakter politischer Raum ist, sondern ein reales, vielfältiges Zuhause, das sie aktiv mitgestalten und erkunden können. Rückmeldungen zeigen, dass sich Teilnehmende nach den Reisen selbstbewusster im Umgang mit Bahnsystemen, digitalen Tools und fremdsprachlichen Situationen fühlen und ihre europäische Zugehörigkeit bewusster wahrnehmen.
Pädagogischer Ansatz und Inklusionsperspektive
DiscoverEU Inklusion eröffnet Organisationen wie FIDe.V. die Möglichkeit, Reisen so zu gestalten, dass junge Menschen passende Unterstützung erhalten – von der Ticketorganisation über Unterkunft und Verpflegung bis hin zu persönlicher Assistenz. Unsere Begleitpersonen unterstützten die Gruppen auf Augenhöhe, förderten Verantwortungsübernahme innerhalb der Kleingruppen und schafften geschützte Räume für Austausch über Identität, Diskriminierungserfahrungen und Zukunftsperspektiven.
Zugleich werden digitale und sprachliche Kompetenzen gestärkt, etwa durch gemeinsame Nutzung von Reise-Apps, Navigationshilfen und Übersetzungstools sowie durch Kontakt mit Gleichaltrigen in anderen Ländern. So werden Mobilitätserfahrungen mit Bildungszielen verbunden, die weit über die jeweilige Reise hinausreichen.
Förderhinweis und Ausblick
Die DiscoverEU-Inklusionsprojekte werden im Rahmen des Erasmus+-Programms, Aktionstyp DiscoverEU-Inklusionsmaßnahmen (KA155-YOU), durch JUGEND für Europa, die Nationale Agentur für Erasmus+ Jugend in Deutschland, gefördert und von der Europäischen Union finanziert. Die hier dargestellten Ansichten und Meinungen liegen ausschließlich bei FIDeV und spiegeln nicht notwendigerweise die Position der Europäischen Union oder der Nationalagentur wider; weder die Europäische Union noch die Nationalagentur können für diese Inhalte verantwortlich gemacht werden.
Die bisherigen Reiseerfahrungen zeigen, wie wirkungsvoll niedrigschwellige Mobilitätsangebote für junge Menschen sein können – und wie wichtig verlässliche Partnerorganisationen für die Umsetzung sind. Auf dieser Grundlage plant FIDeV, weitere DiscoverEU-Inklusionsprojekte und europäische Jugendbegegnungen zu entwickeln, um noch mehr jungen Menschen den Zugang zu Europa und interkultureller Bildung zu ermöglichen.
Mitmachen und informiert bleiben
Wer unsere Arbeit weiterverfolgen oder sich über zukünftige Reisemöglichkeiten informieren möchte, kann FIDeV auf den Social-Media-Kanälen begleiten oder sich für unseren Newsletter anmelden. Dort teilen wir regelmäßig Einblicke aus laufenden Projekten, Ausschreibungen und Rückblicke auf abgeschlossene Maßnahmen. Unser Projektteam steht zudem für Fragen rund um DiscoverEU Inklusion und weitere Erasmus+-Jugendprojekte per E-Mail zur Verfügung.



